Checkliste für die Webseite aus dem digitalen Mittelalter

Checkliste für die Webseite aus dem digitalen Mittelalter

Die Checkliste für eine veraltete Webseite

Wir hoffen, dass Sie Ihre eigene Webseite hier nicht allzu oft wieder erkennen. Manch ein Faux-Pas braucht keine Erläuterung, andere sind nicht ganz so offensichtlich. Hier finden wir alles vom rotierenden @-Zeichen über das Baustellensymbol bis hin zum Flash-Intro. Wir wünschen viel Spaß beim Lesen.

Patzer, Anfängerfehler und Lacher - Zwischen Web-Comedy und DSGVO-Bußgeld

Wir lassen uns an dieser Stelle einmal ein wenig in die Karten schauen. Oft erhalten wir Anfragen zur "Optimierung" einer Webseite oder bekommen den Auftrag, Dinge anzupassen und zu korrigieren, während die Webseite des Kunden aber im Grunde viel größere Baustellen hat. Das ist keine Seltenheit. Wir haben uns immer auf die Fahne geschrieben, dass der Kunde von uns das bekommt, was er braucht, nicht zwangsläufig das, was er will.

Bei vielen Webseiten stehen arge rechtliche Probleme, eine schechte Nutzererfahrung, unterirdische Ladezeiten, eine unintuitive Seitenstruktur und viele andere Faktoren im Raum, aber der Kunde wünscht sich von uns eine Online Marketing Kampagne.

Diese Liste ist vor sehr langer Zeit in 2006 entstanden, wurde von uns erweitert und kommentiert. In 2018 sind aufgrund der DSGVO viele Elemente auf der Checkliste hinzugekommen, die dem Webseitenbetreiber auch wirklich finanziell schaden können.

Es ist immer so lange lustig, bis es traurig ist.

Wir sind an dem Punkt, wo die lustigen Dinge mittlerweile in den Hintergrund geraten. Der Grund dafür ist oftmals, dass eine Webseite kein schmückendes Beiwerk mehr ist sondern für den Unternehmenserfolg essentiell ist. Bußgelder und Abmahnungen aufgrund von Datenschutzverstößen, Urheberrechtsverstößen und Verstoß gegen Informationspflichten - all das ist Tagesgeschäft geworden. Kaum ein Unternehmer weiß mehr, wem er glauben darf und was er tun soll. Und selbst bei Webseiten, die von "Profis" erstellt werden, tauchen grobe Fehler auf, die dem Unternehmer großen Schaden zufügen können.

Wir hoffen, hiermit ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen - und natürlich auch zu erläutern, warum das eine oder andere lustig ist, bzw. warum es gefährlich ist.

Checkliste für die veraltete Webseite

Flash, statische Webseite, fehlende Mobiltauglichkeit und weiteres

Wenn Sie sich hier irgendwo wiederfinden, hat Ihre Webseite sicherlich die eine oder andere Revision nötig. Bei manchen Punkten sogar eine vollständige Neuentwicklung. Viel Spaß beim Lesen.

  • Flash-Intros von Webseiten waren eine der ersten Möglichkeiten, ein wenig "Bewegung" auf die Webseiten zu  bringen. Viele Unternehmen bauten komplette Webseiten in Flash, aber mittlerweile werden diese Webseiten nur noch Fehlerhaft dargestellt werden:

    Adobe stellte in 2011 bereits die Entwicklung von Flash ein. Die Firma Microsoft hielt Silverlight dennoch für überlebensfähig und brauchte noch einige Zeit länger. Mittlerweile gibt es auf modernen Seiten beides nicht mehr.

  • Das "Kastenbiergeschäft" war in 2006, als wir diesen Artikel geschrieben haben, schon keine gute Idee. Heute (aktuell 2021), ist es eine nur noch schlechtere Idee geworden, diesen Job an den Wordpress-Bert von nebenan zu geben.

    Meistens haben diese Seiten ganz grausige Ratings bei Google PageSpeed, sind nicht verkaufsorientiert, haben keine suchmaschinenfreundliche Struktur, sind in 95% der Fälle nicht datenschutzkonform und weisen oftmals grobe technische Patzer auf.

    Wenn Ihre Webseite von einem Freund oder Bekannten gebaut wurde, machen Sie sich den Spaß und reichen Sie diese einmal bei obigem Test-Tool ein. Ein volles Audit erhalten Sie gerne auch von uns, wenn Sie an einer Neuentwicklung interessiert sind.

    Das geht auch schnell und einfach in zwei Schritten:

  • Da fällt der geschulte Verkäufer nicht drauf rein. Eine Webseite braucht in der Entwicklung in der Regel zwischen sechs Wochen und einem halben Jahr. Natürlich gibt es auch größere Projekte, die länger brauchen, aber die meisten Seiten im Mittelstand sind nicht in dieser Größenordnung.

    Henry Ford sagte mal, dass er jedes Angebot prüft, denn es könnte ja schließlich ein gutes sein. Wenn Ihre Webseite veraltet oder fehlerhaft ist, holen Sie sich Angebote ein. In Zeiten von DSGVO-Bußgeldern ist es einfach eine dumme Idee, zu versuchen, die Problematik auszusitzen.

  • Hall of Fame #1. Wir sind hier einen Schritt weiter. Die meisten Webseiten, auch wenn sie mittlerweile sehr alt sind, haben dieses Problem tatsächlich nicht mehr. Hier hat sich die Welt verändert.

    Sollte Ihre Seite nicht mobiltauglich sein oder in der mobilen Darstellung Probleme bereiten, raten wir Ihnen dringend zu einer Überarbeitung. Seit dem letzten Google User Experience Upgrade im Juni 2021 wird sich eine nicht-responsive Webseite negativ bemerkbar machen.

  • Hall of Fame #2: Tatsächlich der zweite Punkt, der mittlerweile auf den meisten Seiten im Griff ist. Die meisten Seiten in der heutigen Zeit haben "sprechende" URLs. Folglich also etwas wie www.meinunternehmen.de/leistungen/dienstleistung.html statt www.meinunternehmen.de/index.php?id=54 - auch diese Seiten sind mittlerweile nahezu vollständig vorbei. Sollte dies bei Ihnen dennoch nicht so sein, gilt das gleiche wie oben.

  • Das war früher tatsächlich einmal wichtig. Mittlerweile allerdings sind so viele Javascript-Bibliotheken, zusätzliche Attribute und moderne Web-Standards am Markt, die Zaubereien ermöglichen, ohne die das heutige Netz kaum vorstellbar wäre, dass der W3-Validator leider gar nicht mehr hinterher kam.

    Also: Unsere Seiten verwenden oft Tailwind CSS und AlpineJS. Allein diese Kombination ist ein gängiger, moderner Standard im Web. Aber beim W3-Validator kommen selbst wir deshalb nicht mehr fehlerfrei davon.

  • Verwendet Ihre Webseite ein CMS? Wenn ja, sind Sie ausreichend geschult und verwenden Sie dieses Sytem? Schlimmer noch: Haben Sie ein CMS, müssen aber dennoch einen Experten für jede Änderung beauftragen?

    Dann sind Sie in sehr guter Gesellschaft mit vielen Nutzern von Wordpress, Joomla und weiterer CMS-Software. Unser Ziel ist es immer, den Nutzer "ins kalte Wasser" werfen zu können, so dass er - auch wenn er sich monatelang nicht im System angemeldet hat - sich sofort wieder zurechtfindet, ohne dass er direkt unsere Hilfe benötigt.

    Es benötigt keinen Web-Experten, um eine Webseite zu verwalten. Es benötigt nur ein Expertenteam, eine intuitive Selbstverwaltung für Sie zu entwickeln.

  • Viele Nutzer haben Google Analytics deaktiviert, als in 2018 die DSGVO in Kraft trat. Dies ist gar nicht nötig. Man muss lediglich zuvor die Zustimmung des Nutzers einholen. Hinzu kommt, dass man Analytics auch richtig einrichten und lesen können muss. Angefangen bei Zieldefinitionen bis hin zu konkreten Verkaufsmessungen über Shopsysteme.

    Sollten Sie nichts davon nutzen, sprechen Sie uns an. Unsere SEO-Abteilung zeigt Ihnen gerne auf, mit welchen Mitteln wir Ihre Präsenz im Netz verbessern.

Checkliste für Webdesign aus dem digitalen Mittelalter

Wenn Sie sich hier wiederfinden, war es sicherlich vor 10 Jahren lustig, dass das so ist. Sollten Sie die hier genannten Fehler noch heute machen, kann so etwas tatsächlich aktiv dem Image des Unternehmens schaden.

  • Als die Welt die "Animated GIFs" entdeckte, passierte etwas schreckliches. Plötzlich war Bewegung auf den Seiten, @-Zeichen rotierten, irgendwelche Bagger bewegten sich auf den "In Bearbeitung"-Seiten - unnötig viel Bewegung für viel zu wenig Sinn.

    Animationen setzt man heutzutage anders ein, so macht man es jedenfalls nicht mehr - genau genommen: Schon damals nicht :)

  • Das sehen wir leider heute immer noch. unternehmensname@t-online.de, GMail, GMX und teilweise sogar noch alte AOL-Adressen finden sich hier wieder. Es gibt so viele Möglichkeiten, dies vernünftig zu lösen.

    Eine Freemail-Adresse zeigt eigentlich nur, dass man keine guten digitalen Prozesse hat, denn Google Workspace und Microsoft Office 365 alleine bieten bereits viel mehr als nur E-Mail. Mit der Adresse ist ein Kalender verknüpft, Cloudspeicher, Termine und Aufgaben, Authentifizierungsverfahren und vieles weitere.

    Als Unternehmen sollte man immer den Eindruck erweckt, eine moderne digitale Infrastruktur zu haben. Mit einer Freemail-Adresse stellt man sicher, dass das dieser Eindruck nicht entsteht.

  • Text auf Bildern ist eine Unart des faulen Web-Bastlers, der nicht dazu in der Lage ist, den Text technisch korrekt auf's Bild zu schreiben. Schlimmer allerdings wird es, wenn man vollständige Inhaltselemente in Bildform vorfindet.

    Der Grund dafür ist dann oft eine bestimmte Schriftart, die der Nutzer gerne verwenden möchte oder ein bestimmter Aufbau des Texts, der durch das Bild erzwungen werden soll. Problem dabei: In der heutigen Zeit gibt es unzählige Bildschirmformate, Bildschirmgrößen und vieles weitere, so dass Text auf Bildern immer ein dumme Idee ist, weil er entweder viel zu groß oder viel zu klein sein wird.

    Wichtiger noch, dass Google und andere Suchmaschinen den Text auf den Bildern nicht effizient indizieren werden. Hier wurde alles falsch gemacht und man muss so ehrlich sein dass solch eine Arbeit kein Fehler zum Schmunzeln ist, sondern eher für maßlose Inkompetenz spricht.

  • "Diese Website ist optimiert für den Internet Explorer und eine Auflösung von 1024x768" - sollten solche oder ähnliche Sätze auf Ihrer Webseite stehen, sollten Sie dringend den Verantwortlichen dafür in Rente schicken.

    Auch das war früher lustig, mittlerweile ist es natürlich sehr traurig, wenn ein Unternehmen nicht verstanden hat, dass es Mobiltelefone, Tablets, Hochformat, Querformat, Desktop und unzählige weitere Faktoren wie Browser, Fenstergröße, etc. gibt und nicht jeder Nutzer am Windows XP Desktop mit 15"-Röhrenmonitor sitzt.

  • Das gute alte Flash-Intro. Ähnlich wie bei den Flash-Elementen der Seite gehört das nirgendwo mehr hin. Diese Dinge stammen noch auf einer Zeit, in der man sich in einer Webseite von der Startseite entlang gehangelt hat. Dort wurde der Nutzer noch begrüßt und irgendeine Animation wurde einem zwangsgefüttert.

    Diese sind mittlerweile so gut wie ausgestorben, aber hin und wieder findet man die Intros tatsächlich noch auf so mancher Unternehmenswebseite.

  • Der Besucherzähler ist tatsächlich ein Relikt der Web-Comedy, der es immer noch auf so manche Joomla- oder Wordpress-Seite geschafft hat. Warum? Weil's das als Widget gibt und der Bastelbert, der die Webseite gebaut hat, es für eine gute Idee hielt, so ein Ding hinzuzufügen.

    Früher war's für den Betreiber der Seite eine Selbstkontrolle. Um zu schauen, wie viele Benutzer man so auf der Seite hat. Problematisch dabei: das Internet ist heutzutage automatisierter als es 2003 noch der Fall war. Crawler, Bots, Viren, Trojaner, Skripte, alles mögliche treibt sich so im Netz rum. Die Besucherzähler der 90er Jahre waren für das Internet der heutigen Zeit nicht gebaut - und haben aktuell auch ihren Sinn vollständig verloren.

  • Gästebücher waren in den späten 90er Jahren sehr beliebt. Da war es etwas tolles, dass man die Webseite eines befreundeten Unternehmers im Internet fand. Als kleines Zeichen der Anerkennung hinterließ man einen Eintrag im Gästebuch.

    Was bei Taufe und Hochzeit noch sinnvoll sein mag, ist hier natürlich völlig am Ziel vorbei. Wir bedenken einmal, dass wir die Tür öffnen für beliebige Leute, die einfach irgendeinen Unfug auf unsere Webseite zaubern wollen.

    Fazit: 1997 hätte gerne seine Gästebücher zurück und möchte sie auch dort behalten, wo sie hin gehören - in die Vergangenheit.

  • Fast so schlimm wie das Flash-Intro ist die Webseite, die einfach grundlos irgendeine Musik spielt. Obwohl - wir nehmen es zurück: Eigentlich ist es noch schlimmer. Beim Intro können wir's zumindest irgendwann überspringen. Bei der Musik geht man immer auf die Suche, wo sie her kommt und wo man sie ausschalten kann.

    Zugegebenermaßen sind diese Webseiten tatsächlich selten geworden. Sollte Ihre Seite jedenfalls dennoch Musik spielen, sollten Sie einmal darüber nachdenken, ob Sie das für zeitgemäß halten.

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